Generalversammlung ägnw eG am 21.6.2017

Auf der diesjährigen Generalversammlung der ägnw gab es viel Erfreuliches zu berichten. Nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2016 war für die ägnw und die Tochtergesellschaften ein Grund zur Freude, auch die berufspolitischen Erfolge, u.a. mit dem Einzug von 12 Mitgliedern der Vertreterversammlung der Fraktion „KVneu“, lassen sich sehen. Die einstimmige Wiederwahl von Dr. Jörg Berling zum stellvertretenden Vorsitzenden der Vertreterversammlung zeigte zudem, dass die Verbände zunehmend gemeinsam die Interessen der Niedergelassenen vertreten.

Dr. Rainer Woltmann, der Vorstandsvorsitzende der ägnw eG, lies in seiner Rede die letzten 15 Jahre der berufspolitischen Arbeit und Erfolge der ägnw Revue passieren und berichtete durchaus kritisch über aktuelle Entwicklungen im Gesundheitssystem.

Dr. Axel Brunngraber erläuterte  in einer gewohnt unterhaltsamen Weise die Position der Freien Ärzteschaft zu den verschiedensten Themenbereichen.

Dr. Jörg Berling stellte die Sichtweise der KVN u.a. zu den Themen „Chronikerziffern“, Telematik-Infrastruktur, Netzförderung und Bedarfsplanung dar.

Die Ärztegenossenschaft wird und muss auch in Zukunft regelmäßig Stellung nehmen zu einzelnen berufspolitischen Themen, so Dr. Woltmann in seinem Schlusswort.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

das letzte Anschreiben der KVN im Auftrage der AOK Niedersachsen zur Überprüfung der Chroniker-Ziffern – mit bizarr kurzer Antwortfrist – zeigt einmal mehr die Absurdität unseres Honorarsystems.

In Deutschland werden chronische Erkrankungen durch Arzt-Patient-Kontakte mit egal welcher, Hauptsache gleicher, Diagnose definiert. Diese Definition berücksichtigt nur sehr mittelbar den Aufwand für die Führung und Behandlung von Patienten mit chronischen Erkrankungen.

Die Kassen haben sich in der Legendierung der EBM-Ziffern 03220 und 03221 mit einer völlig realitätsfernen, an bürokratischem Aufwand nicht mehr zu überbietenden Konstruktion durchgesetzt, die jeder medizinischen Sichtweise von Chronizität einer Krankheit Hohn spricht.

Die Vorschriften für das Anschreiben dieser Ziffern hat nichts mit dem realen Versorgungsgeschehen chronisch kranker Patienten zu tun. Ihre Einhaltung ist ganz offensichtlich so gut wie gar nicht erfüllbar, was dadurch belegt wird, dass fast jede hausärztliche Praxis in Niedersachsen betroffen ist. (Zusätzlich zu den 2500 von Rückforderungen der Kassen betroffenen Praxen kommen ja noch weitere Praxen dazu, die unter der Bagatellgrenze von 50,-€ pro Quartal liegen.)

Auch chronisch kranke Patienten, die mit einer N3-Packung vom Ende eines Quartals bis zum Anfang des übernächsten Quartales auskommen, fallen hier durch das Raster.

Als i-Tüpfelchen dieses Theaters sei noch erwähnt, dass die Chroniker-Ziffern aus der MGV (morbiditätsbedingte Gesamtvergütung) gezahlt werden und etwaige Rückzahlungen betroffener Kolleginnen und Kollegen im Honorartopf der Hausärzte verbleiben und nicht etwa an die Kasse zurückfließen. Wenn andere Kassen nachziehen, was wir erwarten, wird sich das Verhältnis der MGV-Zahlungen der Kassen untereinander nicht ändern. Das Ganze ist also letztlich ein Nullsummenspiel. Leidtragende sind ausschließlich die (Haus-) Ärztinnen und Ärzte. Und das von Seiten der AOK für einen kurzfristigen finanziellen Vorteil gegenüber den anderen Kassen ohne Rücksicht auf jeglichen Flurschaden, der hier angerichtet wird.

Solche Aktionen gefährden alle auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit der Ärzte mit den Kassen und konterkarieren Bemühungen, hausärztlichen Nachwuchs zu generieren.

Die ägnw weiß, dass die KVN zwar nur Überbringer der schlechten Botschaft ist, aber sie erwartet von der KVN, dass sie keine Anstrengung unterlässt, auf politischem Weg einen Ausweg zu suchen mittels Spitzengesprächen unter den Vorständen, mittels Propagierung einer neuen Legendierung der EBM-Ziffern im Bewertungsausschuss, mittels Absprache gemeinsamer Aktionen mit anderen Regional-KVen unter Hinzuziehung auch der Aufsichtsbehörden im Land und Bund

Wir in der Ärztegenossenschaft verlieren nicht den Blick für das Große Ganze und bündeln im Gesundheitssystem, auch in Zusammenarbeit mit der KV, aber auch außerhalb des festgefahrenen Systems der Körperschaften, die Interessen der Ärzte in eigener Praxis. Dazu suchen wir den Schulterschluss mit allen, um politisch gegen das Verhalten der Kassen vorzugehen.

Mit kollegialen Grüßen

Ihre ägnw eG

Die Samtgemeinde Uelsen hat die Ärztegenossenschaft NiedersachsenBremen beauftragt, verschiedene Möglichkeiten zu erarbeiten, wie die ärztliche Versorgung in der Samtgemeinde zukünftig aussehen kann. Hintergrund: nachdem im Herbst letzten Jahres eine größere Praxis geschlossen wurde, besteht derzeit ein Engpass in der Versorgung vor Ort. Dieser wird sich in den nächsten Jahren noch vergrößern, sollte es nicht gelingen, Ärzte für den Standort zu begeistern. Im Rahmen einer Voruntersuchung wurden verschiedene Modelle erarbeitet und bewertet. Die derzeit infrage kommende Variante ist ein medizinisches Versorgungszentrum in Trägerschaft der Samtgemeinde Uelsen. Die ägnw hat die  Konzeption des kommunalen MVZ sowie den Businessplan erarbeitet.

Ansprechpartner für dieses Thema bei ägnw: Dr. Andreas Rühle

Auf bisher unbekanntes Terrain wagte sich das Team von ägnw-direkt GmbH & Co. KG als im Herbst 2016 die Planung für den 1. Wundfachtag Nord-West in Oldenburg aufgenommen wurde. Zum Thema Nekrose, Fibrin und Biofilm wurde ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, bestehend aus Fachvorträgen und Anwendungsworkshops.

Heute können wir sagen: das war mehr als ein voller Erfolg: In die Festsäle der Weser-Ems-Hallen in Oldenburg kamen mehr als 300 Teilnehmer. Besucher waren ambulante und stationäre Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte und Ärzte. In einer Begleitausstellung präsentierten 14 Aussteller ihre Produkte und Neuigkeiten.

„Die Resonanz der Teilnehmer und Aussteller war so gut, dass es auf jeden Fall in 2018 einen 2. Wundfachtag Nord-West geben wird“, so die Ankündigung von Geschäftsführer Andreas Rühle am Ende der Veranstaltung.

ägnw-direkt, das Handels- und Dienstleistungsunternehmen der ägnw eG, hat in seinen ersten Spezialkatalog für die moderne Wundversorgung auf den Markt gebracht. Auf über einhundert Seiten sind die verschiedensten Anwendungsgebiete übersichtlich dargestellt. Der Katalog kann in der Geschäftsstelle angefordert werden und steht zum download als pdf  zur Verfügung.

Die Würfel sind gefallen, das vorläufige Ergebnis der Wahlen zur Vertreterversammlung steht:

Das Wahlbündnis KVneu (Ärztegenossenschaft, Hartmannbund und Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte) hat von 45 ärztlichen Sitzen in der Vertreterversammlung 10 Sitze erreicht. Die Hausarztlisten kommen auf insgesamt 16 Sitze, die Gemeinschaft der fachärztlichen Berufsverbände (GfB) auf ebenfalls 16 Sitze. Drei weitere Listen haben jeweils einen Sitz erreicht.

„Es ist insgesamt ein großartiges Ergebnis“, so Dr. Rainer Woltmann, Vorstandsvorsitzender der ägnw eG „mit dem wir den erfolgreichen Weg der letzten 6 Jahre weiterverfolgen und uns für ein ärztliches gemeinsames Miteinander aller Fachrichtungen einsetzen werden“.

Das Ärztenetz pleXxon GbR ist als zweites Ärztenetz in Niedersachsen nach § 87 b akkreditiert. Das im Jahr 2007 gegründete Ärztenetz wurde von Beginn an eng von der ägnw eG begleitet. Die kfm. Geschäftsführung des Netzes und die Geschäftsstelle wird über einen Geschäftsbesorgungsvertrag von der ägnw eG geleistet. „Wir freuen uns, dass wir pleXxon auf diesem für Ärztenetze wichtigen Weg unterstützen konnten und gratulieren herzlich zu diesem Erfolg“, so der Vorsitzende der ägnw Dr. Rainer Woltmann.

Die Dienstleistung der Unterstützung von regionalen Ärztenetzen hat die ägnw bereits 2007 entwickelt und eingeführt. Die Facette reicht Unterstützung einzelner Aktivitäten bis hin zur kompletten Begleitung über einen Geschäftsbesorgungsvertrag für die administrativen, kaufmännischen Funktionen und Geschäftsführung.

 

Im Mittelpunkt der diesjährigen Generalversammlung stand die Diskussion der aktuellen berufspolitischen Entwicklungen, insbesondere die Auswirkungen der gesetzlichen Neuerungen. Der stellvertretende Vorsitzende der KVN Dr. Jörg Berling beleuchtete in seinem Vortrag die vielen derzeit diskutierten Themen.

Weiterer Schwerpunkt war der anstehende Wahlkampf zur Vertreterversammlung der KVN. Hier ist die ägnw eG wieder „gut aufgestellt“, da gemeinsam mit dem Hartmannbund Niedersachsen und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Niedersachsen in allen Wahlbezirken eine Liste mit Namen „KNneu“ antreten wird.

Das Jahresergebnis der Genossenschaft war wie im Vorjahr positiv. Insbesondere auch die Entwicklung der Tochtergesellschaften gab Anlass  zur Freude, da diese ihre Umsätze wiederum steigern konnten.

 

Der Aufsichtsrat der ägnw eG hat mit Wirkung zum 1.5.2016 ein neues Vorstandsmitglied berufen:

Dr. med. Andree Weitzel ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Leitender Arzt – Rehaklinik für psychisch kranke (RPK) und Ärztlicher Direktor zentegra gGmbH.

 

Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt Verstärkung für unser Team im Bereich Wundmanagement. Er/Sie sollte eine Ausbildung als MFA oder Pflegefachkraft absolviert haben. Erfahrungen und fundierte Kenntnisse in der Versorgung von Wunden sind erforderlich, ebenso im Umgang mit den gängigen Büro-Softwaresystemen. Bewerbungen bitte per Mail an die Geschäftsstelle der ägnw.

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