ägnw eG Ärztegenosssenschaft Niedersachsen-Bremen


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Resolutionen der ägnw eG Ärztegenossenschaft Niedersachsen-Bremen
Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege, Sie haben die vorausberechneten RLV und Ihr QZV für das 3.Quartal 2010 von der KVN erhalten. Fast alle Fachgruppen haben empfindliche Rückgänge zu beklagen. Bei den Hausärzten sind Rückgänge im Vergleich zu 2009 von 20-25% zu verzeichnen, manche werden damit einen niedrigeren Scheinschnitt erreichen als 1997 (also vor 13 Jahren!!!). Dafür werden wir ab 1.1.2011 mit zusätzlicher bürokratischer Arbeit in Form von neuen Codierrichtlinien "belohnt". Die Ärztegenossenschaft Niedersachsen-Bremen (ägnw) hat daher auf ihrer Generalversammlung am 2.6. in Oldenburg folgende Resolutionen beschlossen.

Resolutionen der ägnw eG Ärztegenossenschaft Niedersachsen-Bremen
1.
Die ägnw protestiert gegen die Herabsetzung der Regelleitungsvolumina (RLV) und
der Qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) ab 1.7.2010. Diese
Herabsetzung führt zu Honorarrückgängen von bis zu 25 % und mehr und ist somit
für viele Praxen existenzbedrohend.
Wir machen für diese Entwicklung vor allem eine schlechte, unzureichende und
intransparente Honorarpolitik der KBV und der KVN verantwortlich.
Ziel der bundesweiten EBM-Reform zum 1.7.2010 war die Stützung der RLV, da in
dem Anstieg sogenannter freier Leistungen die Ursache für weitere Rückgänge der
bereits beobachteten RLV-Entwicklung gesehen wurde. Dieses Ziel wird offenbar
nicht nur nicht erreicht, sondern die neue EBM-Systematik gefährdet mit dem
dramatischen Rückgang der Vergütung im RLV die Existenz vieler Praxen.
2.
Die ägnw weist die geforderte Codierrichtlinie zum 1.1.2011 scharf zurück.
Durch einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand sollen die Ärzte mit einer
arztfremden Arbeit der Diagnosecodierung für die Einnahmen der Krankenkassen
sorgen, Stichwort: „Geld aus dem Gesundheitsfonds". Die ägnw wird die
verbleibende Zeit nutzen, um im Verbund mit anderen Ärzteverbänden in
Niedersachsen und im Bund Widerstand gegen die Codierrichtlinien zu organisieren.

 

Ziehen Sie persönliche Konsequenzen:
1. Intervenieren Sie bei der KV und verlangen Sie eine Überprüfung der
undurchsichtigen Zahlenoperationen, denn der dringende Verdacht auf fehlerhafte
Berechnung liegt nahe.
2. Sorgen Sie für eine Herabstufung Ihrer KV-Abschlagszahlungen, sonst droht
Ihnen statt einer Restzahlung von der KV eine Rückzahlung an die KV
3. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater zwecks Anpassung der Steuervorauszahlungen
4. GEHEN SIE WÄHLEN und sorgen Sie für eine echte Interessenwahrnehmung
ärztlicher Belange in den KV-Gremien. Wählen Sie Genossenschaftler in die
Bezirksausschüsse und in die Vertreterversammlung in Hannover.

 

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Artikel vom 02.06.2010