ägnw eG Ärztegenosssenschaft Niedersachsen-Bremen


Newsletter
Nutzen Sie unseren kostenlosen Newsletterservice und erhalten regelmäßig aktuelle Informationen rund um die ägnw.
E-Mail
  abonnieren  
  abbestellen
Skandalöse Richtgrößenprüfung muss beendet werden!
In den letzten Wochen haben fast 400 Ärzte in Niedersachsen ein Schreiben der Prüfstelle Niedersachsen bekommen. Ihnen werden für 2007 unwirtschaftliche Verordnungen in Höhe von 23,1 Millionen Euro vorgeworfen und das Geld als Strafzahlung eingefordert. Der Skandal daran ist, dass diese Schreiben versandt wurden, obwohl im Vorfeld die Datenqualität der von den Krankenkassen gelieferten Datensätze von der KVN bemängelt wurde.

Bei Überprüfungen wurden hohe Fehlerquoten von 30 bis 50% der gelieferten Daten festgestellt. In einer Presseerklärung hat das Volker Steitz, der KVN-Vizevorsitzende, entsprechend beklagt. Ungeachtet dieser Fakten haben die Krankenkassen wegen des drohenden Fristablaufs zum Jahresende auf den Versand bestanden. Hier soll offensichtlich Druck auf die Ärzte ausgeübt werden, ungeachtet jeder rechtlichen Grundlage. Die Sozialgerichte fordern bereits bei einer Fehlerquote von mehr als 5 % die Vorlage von Einzelnachweisen durch die Krankenkassen (zuletzt LSG Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 14.01.2009, AZ L3KA44/08eR).

„Wider besseren Wissens und nach unserer Einschätzung rechtswidrig werden betroffene Ärzte in Angst und Schrecken versetzt. Denn die Summen, um die es hier für den Einzelnen geht, sind überwiegend existenzgefährdend. Diese Ärzte verbringen jetzt die Nächte nach der Praxistätigkeit damit, die Daten zu bearbeiten, um zu ihrem Recht zu kommen. Eine Fristverlängerung zur Bearbeitung wird aber nicht gewährt", so Dr. Rainer Woltmann, Vorstandsvorsitzender der ägnw in einer Stellungnahme.

„Derzeit prüfen unsere Anwälte die Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Prüfstelle. Dessen ungeachtet fordern wir, die Regressdrohungen umgehend zurück zu nehmen. Wir sind ansonsten entschlossen, rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen einzuleiten. Wir Ärzte dürfen uns nicht weiter gefallen lassen, stets und ständig an den Pranger gestellt zu werden, selbst wenn die Faktenlage uns längst entlastet hat", so Woltmann weiter.
Artikel vom 16.11.2009