Die Ärztegenossenschaft Nordwest hat am 27.6.2007 auf ihrer Generalversammlung einstimmig beschlossen:
„Wir bekräftigen das aktuelle Votum des 110. Deutschen Ärztetages gegen die Weiterführung des Projektes „Elektronische Gesundheitskarte" (eCard). Das Fehlen nennenswerten Nutzens für Arzt und Patient, die eklatanten Risiken für die wohl sensibelsten Daten unserer Bevölkerung, die Verpulverung der ohnehin unzureichenden Beitragsmittel ohne plausible Refinanzierung anstelle einer gebotenen Erstinvestition aus Steuermitteln, die nicht hinnehmbare Überlastung unserer praxisinternen Abläufe und eine definitive Störung des Arzt-Patient-Verhältnisses ist eine völlig inakzeptable Bilanz!
Durch ihr plumpes, machtfixiertes Durchregieren (Inkasso der Praxisgebühr, AVWG, WSG etc.) hat die Administration die Vertrauensbasis zur Ärzteschaft systematisch und fahrlässig zerrüttet. Wir fordern daher die ärztlichen Organisationen und Körperschaften, zuvörderst die zuständige Bundesärztekammer auf, dem demokratisch bindenden Plenumsbeschluss von Münster endlich das erforderliche Gewicht, die angemessene Geltung zu verschaffen. Der Versuch einer weiteren Relativierung des Votums V-35 von Münster beschädigt unweigerlich Wert und Substanz jeglicher Beschlussfassung von Ärztetagen schlechthin.
Darüber hinaus erklären die Mitglieder der Ärztegenossenschaft Nordwest:
Der informative Gehalt der sogenannten regionalen Tests durch die GEMATIK tendiert bei kritischer Bewertung gegen Null. Tatsächlich stellen diese nur ein etwa den Anwendungsbeobachtungen entsprechendes Akzeptanzmarketing dar. Keiner der entscheidenden, neuralgischen Punkte des Projektes wird dabei angemessen überprüft (Datenschutz, Arzt-Patient-Verhältnis, Kosten, Strukturzwänge in den Praxisabläufen).
Wir rufen folglich alle beteiligten Körperschaften sowie die eingebundenen Ärzte und Patienten auf, die Durchführung derartig irreführender „Versuche" umgehend einzustellen bzw. keinen weiteren Tests sich mehr zur Verfügung zu stellen, um sich so nicht durch Schaffung vollendeter Tatsachen ungewollt für eine von uns Ärzten mehrheitlich abgelehnte Kampagne einspannen zu lassen."